Ein Besuch auf der lit.cologne und das Buch „Die Namen“ von Florence Knapp haben mich (mal wieder) ins Grübeln gebracht: Was machen Namen eigentlich mit uns – und mit unseren Marken? Ich erzähle, wie mein Praxisname „co-physio“ entstanden ist, warum er mich lange beschäftigt hat – und wie er durch einen unerwarteten Umweg zu einer echten Botschaft geworden ist.
Das Kölner Literaturfestival als Denkanstoß
Mitte März war ich wieder auf der lit.cologne. Ich gebe zu, die kulturellen Angebote einer Großstadt wie Köln nutze ich vergleichsweise wenig – aber dieses jährlich im März stattfindende Literaturfestival besuche ich seit drei Jahren für mindestens eine Veranstaltung. Über ganz Köln verteilt finden innerhalb von zwei Wochen verschiedene Formate statt: Lesungen, Interviews, Sprach- und Gedankenexperimente zu diversen Themen.
Da ich für mein Leben gern lese, finde ich es besonders spannend zu erfahren, wie das ein oder andere Buch im Kopf seiner Autorin oder seines Autors entstanden ist.
„Die Namen“ – ein Buch über Identität und Zufall
Dieses Jahr stand u.a. eine Lesung mit Autorinneninterview auf dem Programm: Die englische Autorin Florence Knapp stellte ihr neues Buch „Die Namen“ in wirklich schöner Atmosphäre in der Kulturkirche Köln-Nippes vor.

Die Protagonistin Cora ist eine Mutter, die gerade einen Sohn bekommen hat – noch hat er keinen Namen. Für den Vater ist klar, dass er traditionell seinen Namen tragen soll. Cora wünscht sich allerdings einen anderen Namen – sie hat Angst, dass ihr Sohn mit dem Namen des Vaters ihm ähnlich werden könnte: manipulativ, kontrollierend und aggressiv. Die große Schwester hat ihrerseits einen dritten Wunschnamen im Sinn. In drei parallelen Strängen begleitet das Buch die Entwicklung des Sohnes in 7-Jahre-Sprüngen bis zu seinem 35. Lebensjahr, wenn er jeweils mit einem der drei Namen aufwächst.
Die zentrale Frage dahinter: Welchen Einfluss hat unser Vorname auf unsere persönliche Entwicklung?
Namen im Business – Markennamen, Praxisnamen, Bedeutung
Über diese Frage habe ich in meinem Leben schon oft nachgedacht.
Die Lesung – und auch der eine oder andere Nachwuchs im Freundes- und Familienkreis – hat in letzter Zeit wieder intensiver Anlass gegeben, darüber zu philosophieren und zu diskutieren, was unsere Namen mit uns (und aus uns) machen.
In diesem Zusammenhang habe ich auch über Namen im Business nachgedacht: Markennamen, Unternehmensnamen, Produktnamen. Und ich habe festgestellt: Die Bedeutung von Namen kann sich mit der Zeit wandeln.
Wie „co-physio“ entstand
Als ich meine Privatpraxis 2021 gründete, war mir klar: Ich möchte einen eigenständigen Praxisnamen – keinen, der einfach nur meinen Nachnamen trägt. Dafür gab es drei Gründe:
- Sichtbarkeit brauchte Zeit. Mit meinem Klarnamen direkt im Internet sichtbar zu sein, kam mir anfangs zu krass vor – in dieses Thema musste ich erst hineinwachsen.
- Offenheit für die Zukunft. Ich wollte mir die Möglichkeit offenhalten, irgendwann nicht mehr allein zu sein. Potenzielle Partner oder Angestellte sollten sich zugehörig fühlen können.
- Kürze und Prägnanz. Mein Name ist schlichtweg lang – ich wollte etwas Kürzeres.
Auf einer Wanderung – in Bewegung fallen mir oft die besten Ideen ein – entwickelten meine Mutter, mein (inzwischen) Mann und ich gemeinsam den Namen „co-physio“. Meine Mutter ist seit vielen Jahren im kreativen Schreiben unterwegs, und dort, wo mein Perfektionismus mich manchmal bremst, hat mir ihre Leichtigkeit beim Schreiben schon oft geholfen, neue Ideen zu entwickeln. (Falls du selbst gerne schreibst oder deine Fähigkeiten weiterentwickeln möchtest, schau gerne bei ihr vorbei: Gabi Kremeskötter – Liebe die durch Worte strahlt.)
In „co-physio“ steckt natürlich mein Name: C und O sind meine Initialen – aber nicht ganz so offensichtlich, als wenn ich meinen Namen ausgeschrieben hätte.
Eine unerwartete Umdeutung – und eine neue Botschaft
Allerdings fiel mir über die Jahre auf, dass die meisten Menschen den Praxisnamen anders aussprechen als von mir gedacht – nicht als einzelne Buchstaben, sondern zusammen als eine Silbe, wie man auch z. B. „& Co.“ ausspricht.
Diese andere Interpretation ließ mich schon länger grübeln. Spätestens seitdem ich verheiratet bin und einen Doppelnamen trage, stimmen die Initialen ohnehin nicht mehr ganz.
Angestoßen durch die Lesung, die darauffolgenden Gespräche – und ja, tatsächlich auch durch die objektive Perspektive einer KI – hat sich eine klare (neue) Botschaft hinter dem Praxisnamen entwickelt:
„co-physio – weil Physiotherapie Zusammenarbeit ist.“
So finden meine Arbeitsphilosophie und mein Praxisname wirklich passend zusammen. Es fühlt sich absolut stimmig an.
Reiner Zufall – oder vielleicht auch nicht? Wer weiß das schon. 😉
Hast du dir auch schon mal Gedanken darüber gemacht, was dein Name – beruflich oder privat – über dich aussagt?






